Zeit und Lebenszyklen

Dass das Leben immer schneller zu werden scheint, ist für die meisten von uns keine überraschende Tatsache mehr. Wozu unsere Vorfahren noch Monate, wenn nicht Jahre benötigten, schaffen wir heute in wenigen Stunden. Nachrichten, die vor Jahren noch monatelang unterwegs waren, werden jetzt in Sekundenschnelle übertragen. Als Folge dieser Entwicklung leben immer mehr Menschen ihr Leben auf der Überholspur. In immer kürzer werdender Zeit müssen wir mehr und mehr Informationen verarbeiten, immer größere Herausforderungen meistern und spezifischere Fertigkeiten erlernen. Dabei geraten wir zunehmend in Bedrängnis, da die uns zur Verfügung stehende Zeit permanent zu schrumpfen scheint und wir all unsere Tagesplanungen kaum mehr in den 24-Stunden-Rahmen eines Tages unterbringen können. Und wenn wir vorsichtig weiterdenken, gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass sich dieses »Beschleunigungssyndrom« zum Besseren wenden wird.

Tatsache ist, dass wir uns dieser Entwicklung nicht entziehen können, sondern Lösungswege finden müssen, wie wir diese »Zeitnot« in den Griff bekommen, ohne uns psychisch oder gesundheitlich zu belasten. Es sieht so aus, als ob uns der Alltag zwingt, unsere lieb gewordenen Gedanken über das, was wir Zukunft nennen, aufzugeben. Kein Mensch weiß heute mit Sicherheit, wie die Welt morgen aussehen wird. Und spätestens nach dem Anschlag in New York können wir nicht mehr absehen, wohin uns das »Experiment Menschheit« führen wird.

Was wir heute tun können – und vermutlich auch müssen – ist, unsere Einstellung der Zeit gegenüber völlig neu auszurichten. Jedes gedankliche Konzept, wie wir die Welt und unser Leben wahrnehmen, wird in naher Zukunft nicht mehr brauchbar sein. In physikalischen Lehrbüchern wird die Zeit als ein ordnungs- und strukturvermittelnder Faktor beschrieben. Doch in unserer Gegenwart der Quantenmechanik und spätestens seit der Einstein’schen Theorie verliert die Zeit ihre Funktion als lineare Abfolge von Sekunden, Minuten, Stunden und Tagen. Zeit wird nicht länger in Quantität, sondern in ihrer Qualität gemessen, in der sich Vergangenheit und Zukunft auf einen einzigen Moment, auf das Jetzt nämlich, konzentrieren. Die prophezeite Apokalypse des Johannes wird also vermutlich weder durch eine Sintflut noch durch einen Weltkrieg zur Wahrheit. Sie ist das, was Philosophen und Wissenschaftler als den Sprung in die nächste, in die vierte Dimension bezeichnen. Und wir alle können Zeugen dieses Quantensprunges sein.

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