Umweltfreundliches Biogas?

Irrwege in der alternativen Energiegewinnung

Im Zuge der Energiewende wird allerorten nach klimaneutralen und umweltfreundlichen Alternativen zu Erdöl und Erdgas gesucht. Doch so manche Projekte erweisen sich als äußerst problematisch. Beispielsweise werden zunehmend auch kleineren landwirtschaftlichen Betrieben Biogasanlagen schmackhaft gemacht. Mit der Gewinnung von Biomasse als Energielieferant vollzieht die Landwirtschaft jedoch einen fragwürdigen Paradigmenwechsel. Aus der herkömmlichen Kulturlandschaft wird sukzessive ein Industrieraum mit gravierenden Problemen.

Wo früher bunte und an biologischer Vielfalt reiche Wiesen grünten, wuchern jetzt Monokulturen aus Mais, Nutzgras und Futtergetreide. Die klassischen Fruchtfolgen treten in den Hintergrund. Stattdessen verdrängen wenige Nutzsorten die Artenvielfalt und prägen ein monotones Landschaftsbild, das vielen Tierarten keine ausreichende Lebensgrundlage mehr bietet. Das Aussterben vieler selten gewordener Schmetterlingsarten ist beispielsweise auf einen Mangel an geeigneten Futterpflanzen zurückzuführen. Der dramatische Rückgang in der Population von Feldhasen dürfte auf das gleiche Phänomen zurückzuführen sein. Auch hier zeigen Untersuchungen, dass die Tiere regelrecht an Mangelernährung sterben. Und auch das Bienensterben wird nach neuesten Erkenntnissen durch Monokulturen wie etwa Raps gefördert, denn das Immunsystem der Insekten ist auf eine größere Vielfalt von Blütenpflanzen angewiesen.

Einzig die Verwendung von Ernteresten zur Gewinnung von Biogas erscheint vertretbar. Doch die Landwirte versuchen natürlich, ihre Anlage möglichst ökonomisch effizient zu nutzen. Dass mit den Bauern Lieferverträge ausgehandelt werden, die ihnen für einen Doppelzentner Getreide 30 % mehr Erlös im Vergleich zum Anbau als Lebensmittelprodukt garantieren, zeigt die Perversität solcher subventionierten Konzepte. Landwirte – und hier spreche ich explizit von der konventionellen Landwirtschaft – sind nicht mehr Landschaftspfleger und -erhalter, sondern Naturzerstörer im großen Stil!

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