Träume

»I had a dream…« – nichts Geringeres war die Motivation von Thomas Alva Edison, der Menschheit mehr Licht ins Leben zu bringen. Und er hat es geschafft! Sein Traum ist in Erfüllung gegangen – vielleicht, weil er sich von den unzähligen »trys and errors« auf dem Weg zu seinem Ziel nicht beirren ließ. Es muss also doch etwas Machtvolles in den Träumen stecken, obgleich sie für die meisten Menschen nichts als Schäume sind; Bilder aus dem Fantasyland, ohne tiefere Bedeutung für den Alltag, dem Reich des Rationalen! Dabei hat sie jeder: Tagträume, Alpträume, Wunschträume, luzide Träume oder Wachträume, ganz abgesehen von den heimlichen »Davonträumereien« zwischendurch. Trotz aller Logik und Verstandeskraft wären wir ohne die nächtlichen Ausflüge ins Reich der Bilder nicht überlebensfähig – das belegen zumindest wissenschaftliche Forschungen. Irgend ein Schatz muss also in den Traumwelten vergraben sein.

Folgen Sie uns auf einen Ausflug in die Welt des Ratio, der ausschließlich nach Plan ausgerichtet, sozusagen »computerisiert« ist. Er erlaubt sich weder eine blaue Stunde, die ihn aus der Geschäftigkeit lockt, noch eine Idee, die spielerisch und leidenschaftlich verfolgt wird. Er kennt auch keine Vision von einem Leben, das leichter, spielerischer und glücklicher sein könnte, oder weiß nichts von künstlerisch-kreativen »Repros« fantastischer Innenwelten. Dass die Träume aus dem Leben vieler Menschen verschwunden sind, beweist ihr Lebensumfeld, das als Abbild des Inneren die persönliche Wirklichkeit spiegelt: grau, kantig, einfallslos, uniform, berechnend, linear. Der Alptraum der »Unendlichen Geschichte« von Michael Ende ist zur Wahrheit geworden! Die Vielfalt stirbt, und das Fantasialand wird vom Nichts (Verstand) zerfressen und eliminiert! Und wo stehen Sie? Was ist von Ihrem Wunderland noch übrig geblieben? Gibt es bei Ihnen irgendwo noch eine Traumfabrik, die Eindrücke aus einer anderen Wirklichkeit produziert?

Während sich Ihr Verstand im Schlaf von der Geschäftigkeit des Tages erholt, wartet auf Sie in der Dunkelheit ein (T-)Raumschiff für die Fahrt über den Styx zum Mond. Sie brauchen nur einzusteigen. Es steht Nacht für Nacht für Sie am gleichen Ort bereit. Manchmal wissen Sie am folgenden Morgen, wohin die Fahrt ging und welche Stationen Sie auf dieser Reise durchlebten. Oft verfolgen Sie die Bilder sogar weit in den Tag hinein, als wollten sie Sie auf etwas aufmerksam machen. Manchmal erwachen Sie aber auch aus einer traumlosen Nacht, und es gibt nichts, was Sie an eine andere Realität erinnert. Was ist, wenn solche Nächte immer häufiger werden? Hätten Sie dann nicht das Gefühl, es fehle Ihnen etwas?

Wir können nicht ohne unsere Träume leben – trotzdem weisen wir sie am Tag von uns. Schäume, Quatsch, dummes Zeug… Dabei sind es gerade die facettenreichen Seelenbilder, die den Menschen beflügeln, etwas mehr als eine organische Masse mit Hirn zu sein. Die meisten Erfindungen und Lösungen sind Produkte des Traum-Perpetuum-Mobiles. Streifen Sie Ihr schnödes Verstandeskostüm ab und werden Sie zum Traumtänzer!

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