Transformation und Veränderung

Manchmal frage ich mich ernsthaft, inwieweit wir nicht selbst Meister unseres Schicksals sind. Ist es Zufall, Vorsehung oder sich selbst erfüllende Prophezeiung, dass mich die Themen der jeweiligen Ausgaben der Zeitschrift PRISMA www.prismamagazin.de selbst betreffen, obwohl ich bereits ein Jahr im Voraus den Schwerpunkt scheinbar »willkürlich« festlege?

Ergo konnte ich mir bei der Produktion dieser Ausgabe selbst beweisen, wie es bei mir gerade um das »Abschied nehmen« und »Loslassen können« bestellt ist. Zuerst meine Loslösung aus einer mehrjährigen Beziehung zu einer Frau, dann der plötzliche Tod meines Vaters vor zwei Monaten … Zwei Menschen, unwiederbringlich aus meinem Leben gerissen: Sie sind nicht mehr da, es gibt keinen Dialog mehr, keine warme Berührung … Zwischen Trauer, Schmerz und Leere versuchte ich, den Sinn meines Seins zu begreifen. Und während ich noch in den tiefsten Abgründen meiner Seele tauchte, katapultiert mich plötzlich eine neue Liebe auf den höchsten Gipfel des Glücks. Tod und Liebe – wie passt das zusammen?

Auf meines Vaters Grab steht: »Liebe ist stärker als der Tod!« Wenn jemand geht, bleibt die Liebe bestehen und die Herzen sind im Schmerz verbunden. Und dann geschieht das Wunder! Dinge werden offenbar, die in der gemeinsamen Zeit verborgen waren: Geheimnisse, in der Seele eines anderen Menschen.

Langsam begreife ich, dass im Tod die Chance einer wunderbaren Verwandlung steckt, denn die Begegnung mit ihm fordert unweigerlich eine Kurskorrektur heraus, offenbart Neues und fördert Brachliegendes ans Tageslicht. Was bleibt, ist die Essenz. Sie ist das Wesentliche, das mir und einem anderen Menschen allein gehört – unsere unsterbliche Seelenmatrix in der Unendlichkeit von Zeit und Raum. So wirft uns das Leben mit seinen schmerzlichen Lektionen immer wieder auf uns selbst zurück. Ein Geschenk, wenn man den Sinn verstehen will.

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