Rauch gebrüll, Löwe

Es klingt immer noch im Ohr, das populistische Gebrüll des bayerischen Löwen Stoiber gegen die bis vor kurzem amtierende Regierung Schröder. Wirtschaftlich untragbar und des deutschen Volkes nicht würdig, lauteten u.a. seine fauchenden Parolen. Und das Schicksal hat ihn tatsächlich erhört. Trotz einer klaren Mehrheit der parteiischen Linken hätte er als »Superminister« für Wirtschaft und Finanzen seine omnipotente Persönlichkeit unter Beweis stellen können. Doch den Löwen verließ allzu schnell der Mut! Er hatte wohl das Maul zu voll genommen, und so zog sich der reuige Kater klammheimlich in die Höhle seiner bayerischen Berge zurück. Jetzt kann er sich wenigstens sicher sein, als »Flopminister« in die Annalen der deutschen Geschichte einzugehen. Und der unrühmliche Abgang ist wohl die logische Konsequenz für gebrüllten Schall und Rauch! (Anm. 09/2010: Auch den Milliarden-Verlust der Bayerischen Landesbank durch den Kauf der HypoAlpeAdria hat Stoiber zu verantworten)

Schwierig genug, diesen Umstand vor sich selbst zu rechtfertigen. Doch wie muss sich die Hälfte aller Bayern fühlen, die ihr Vertrauen einem Blendwerk aussprach? Wer meckert, muss auch den Beweis antreten, dass er es besser kann! (Anm. 09/2010 Er hätte es nicht gekonnt, siehe HypoAlpeAdria). Und das bleibt er jedem zweiten Wähler in Bayern für immer schuldig. Die andere Hälfte hat das ohnehin realistisch eingeschätzt, denn mit seinen überholten Erhardschen »Wirtschaftswunderkonzepten« wäre er kläglich gescheitert. Immerhin hat er jetzt in Bayern bis 2008 Zeit, seine Mähne zu striegeln. Bis dahin haben 50 % seiner Gefolgstreuen wieder vergessen, dass sie einst hinterrücks von ihm gerissen wurden …

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