Persönlichkeit & Entwicklung

Reisende sind wir; Wanderer auf dem »Raumschiff« Erde, weder wissend, wo wir herkommen, noch ahnend, wohin die Reise führt. Kein Anfang, kein Ende. Endlose Kreise spinnen sich – vom Werden, Sein und Vergehen. Irgendwo dazwischen ist etwas, das wir als unser individuelles Leben bezeichnen, von dem wir jedoch so wenig wissen wie von unserer wirklichen Herkunft und der tatsächlichen Bestimmung. Jeder Versuch zu ordnen und fest zu halten scheitert an jenem unkalkulierbaren Prozess, den wir Evolution oder Entwicklung nennen, und der uns in jedem neuen Moment die Konsequenzen der Vergangenheit spiegelt.

Das Leben vollzieht sein Wachstum im Spannungsfeld der Dualität. Es ist ein ständiges Hin- und Herpendeln von Chaos zu Ordnung, von Einheit zu Vielheit, von Einfachheit zu Komplexität, von Verwicklung zu Entwicklung. Das Leben ist damit eine endlose Spirale fortwährender Wachstumsprozesse, die früher oder später ein Ende finden und sich dann auf einer anderen Ebene neu gebären. Der Mensch hingegen scheut Wachstum, weil er Angst vor Veränderung und dem damit möglichen Verlust von Sicherheiten hat. Ein Relikt des Verstandes, der im Labyrinth eigener Egostrukturen ein statisches, lineares Weltbild konstruiert und aufrecht erhalten will.

Die gegenwärtige rezessive Wirtschaftssituation ist ein gutes Beispiel dafür, welche Konsequenzen aus vergangenem Handeln erwachsen und wie man obendrein versucht, neuen Wein in alte Schläuche zu gießen. Dieses Beispiel macht die engen Grenzen der Konzepte von sich selbst und der Welt deutlich. Wer sich diesem Prozess bewusster stellt, wird am Ende seiner persönlichen Reise nicht von der Absichtslosigkeit des Lebens gequält. Er fokussiert sein Sein mehr auf den Augenblick, auf den einzigen Moment, den die Schöpfung als Realität offenbart und der gleichzeitig als Chance zu mehr Wachstum dient, in dem Unpassendes auf der Strecke bleiben kann. Die Bundestagswahl am 22. September wird dann zeigen, ob die Mehrheit unserer Gesellschaft die Stufe der regressiven Sicherheitsfanatiker repräsentiert und damit am Lebenssinn scheitert. (Anm. 09/2009: Nach der Wahl: Scheinbar wünscht sich jeder zweite in der Bundesrepublik lebender Bürger Atomkraftwerke und sieht Deutschland primär als produzierende Industrienation)

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