Macht und Geld

Zur eindringlichen Erinnerung wurde am 11. September wieder mit einem betäubenden Medienspektakel der Opfer des Anschlages auf das WTC gedacht. Kein Nachrichtenprogramm ohne die stupide Wiederholung der immer gleichen Szenen. Mit Erfolg für die Bush-Administration ein gefundenes Wahlkampf-Fressen zur Legitimation des Irankrieges.

An diesem Tag fand – wer genau las – am Rande der Schlagzeilen auch einen Hinweis auf die Anzahl der Opfer des amerikanischen Vergeltungsaktes. Mehr als 10.000 irakische Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, mussten bisher in diesem fragwürdigen Kreuzzug der USA ihr Leben lassen. Und unter Zuhilfenahme einer Lupe konnte man ferner entziffern, dass der Bürgerkrieg um die kulturellen und religiösen Verschiedenheiten in der sudanesischen Region Dafur bisher mehr als 30.000 Menschen das Leben kostete. Nun frage ich Sie: Sind etwa 3.000 verunglückte amerikanische Christen mehr Wert als 40.000 getötete Moslems und Andersgläubige? Was gibt uns das Recht, die Belange unserer so genannten »ersten Welt« wichtiger zu nehmen als die Menschenopfer in den abseitigen Regionen dieses Planeten? Sind wir etwa besser als die anderen?

Die fragwürdigen Geschehnisse rund um den 11.9. (hat man jemals ein zerschelltes Flugzeug im Pentagon gesehen?) lassen langsam Zweifel an der Glaubwürdigkeit des »liberalen Amerika« aufkommen. Bei allen Vorkehrungsmaßnahmen hat man zwar vordergründig die Bekämpfung des Terrorismus im Visier. Hinter den Kulissen aber geht es um die Instandsetzung eines Kontrollapparates, der die Macht über die gesamten Weltmärkte für sich erzwingen will. Das beginnt bei der Ausbeutung von Rohstoffen und der Genmanipulation an und endet bei der massiven Beschneidung der Individualrechte. Medien werden in diesem Spiel gezielt für eine manipulierte und linientreue Meinungsbildung eingesetzt. Von Pressefreiheit und objektiver Berichterstattung sind wir vor allem in den USA weiter entfernt denn je.

Nun werden Sie vielleicht fragen, was Sie in diesem Spiel tun können. Sie haben noch eine kleine Waffe in der Hand, deren Macht Sie nicht unterschätzen sollten. Ja, richtig geraten! Ihr Geld ist gemeint. Egal, ob Sie Aktien kaufen oder einfach shoppen gehen: Unterstützen Sie vermehrt den »Fair-Trade«, indem Sie alternative und ökologische Waren kaufen bzw. Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Alles andere fließt in den Topf der wenigen, die schon jetzt im beschaulichen Kreis die Pfründe der Welt unter sich aufteilen. Und Sie wollen doch nicht wirklich verantworten, dass Sie eines Tages nicht mehr die Wahl haben, wo Sie einkaufen und wem Sie Ihr Geld anvertrauen?

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