Liebe & Sexualität

Wenn wir von Liebe und Sexualität sprechen, vergessen wir oft den Dritten im Bunde: Eros! Aus Unkenntnis werfen wir ihn gerne in einen Topf mit Liebe und Sexualität. Eros ist das magische Band, das Beziehungen schnürt, eine unstillbare Faszination für den anderen weckt, weitab von Rationalität und Vernunft. Hat Amor seinen Pfeil gelandet, sind das große Gefühl und die Schönheit echter Liebe erfahrbar, die vielleicht ohne diese Anziehung unerfüllt blieben.

Ohne Liebe aber würde sich Eros verzehren. Manche Menschen jagen solchen Verlockungen begierig nach und suchen sich im Sinne ihres persönlichen Befreiungsschlages aus einer falsch verstandenen Moral ein Objekt nach dem anderen, ohne den tieferen Sinn von Eros verstanden zu haben. Sie verweigern sich der Liebe und benutzen Eros zu ihrem Vergnügen.

Sexualität hingegen ist die schöpferische Kraft unseres Lebens, der Motor, der uns vorantreibt und zur kreativen Entfaltung unseres Potenzials drängt. Die rein körperlich sexuelle Energie aber ist zutiefst selbstsüchtig. Sex ohne Eros oder Liebe ist tierisch. Eros allein – ohne Liebe oder Sexualität – ist platonisch. Sex mit Liebe ist gewöhnlich das Traumpaar schlechthin für jede Ehe, in der Sicherheit und Bedürfnisbefriedigung obenan stehen. Aus Angst vor dem Verlassenwerden meiden diese Paare den unkontrollierbaren Eros und geben sich stattdessen mit einer flauen, dafür aber sicheren Beziehung zufrieden.

Ideale Partnerschaften – und ich meine, davon gibt es wenige – können mit allen drei Kräften spielen. Sie binden die flüchtigen erotischen Kräfte, indem sie es sich zur Aufgabe machen, den Partner immer wieder neu zu entdecken. Sobald man der Überzeugung ist, alles offenbart zu haben, was zu offenbaren ist, wird Eros nämlich das magische Band einer Beziehung durchtrennen.

In der Welt der Sinne von Sexualität und Liebe darf der »unheimliche Dämon« Eros nicht aus dem Spiel gelassen werden. War er nicht in der Götterwelt jene Kraft, die die kosmischen Vertreter überhaupt zusammenbrachte, um das Universum zu erschaffen? Ist er dann nicht jene Triebfeder im Leben, die die Liebe erst erfahrbar macht, weil er die Seelen zusammenführt? Eine Metapher für jene, die zwar den Weg der Liebe beschreiten, aber von Eros nichts wissen wollen …

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