Krankheit als Geschäftsmodell

Deutschen Ärzteblatt Nr. 38/2002: „… das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um gesund leben zu können.“ (Bildlizenz: dreamstime 709373)

Die Gesundheitsindustrie zielt nicht mehr auf Heilung, sondern auf die dauerhafte Erhaltung von medizinischer Abhängigkeit ab.

Wer heute ernsthaft krank ist und – wie die meisten Menschen hierzulande – schulmedizinische Hilfe in Anspruch nimmt, muss nicht nur lange Anfahrtswege und Wartezeiten in Kauf nehmen. Seit die Politik dem Gesundheitswesen mehr Wettbewerb verordnet hat, werden Ärzte hauptsächlich dafür bezahlt, dem Patienten teure Medikamente, lukrative Diagnosemethoden und aufwendige Behandlungstechniken zu verordnen. In Deutschland wird für solche Leistungen inzwischen täglich eine Milliarde Euro ausgegeben. Ein lukratives Geschäftsmodell auf Kosten der Kranken.

Unser Gesundheitssystem ist ernsthaft erkrankt, denn es geht inzwischen vorwiegend um die Gewinnmaximierung der Pharmaindustrie. Dazu ein Auszug aus dem Deutschen Ärzteblatt Nr. 38 von 2002: „Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die ‚Umwandlung aller Gesunden in Kranke‘ sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um ‚gesund leben‘ zu können.“

Die Gesundheitsindustrie zielt also nicht mehr auf Heilung, sondern auf die dauerhafte Erhaltung von medizinischer Abhängigkeit ab, um möglichst lange am Patienten zu verdienen. Kranke Menschen sind ergo schlecht beraten, wenn sie sich weiterhin auf die Schulmedizin verlassen, denn dort werden sie als Kunden und nicht als Patienten geführt. Echte Heilung statt Symptombehandlung mit der damit verbundenen Abhängigkeit von Medikamenten und wiederkehrenden Behandlungen ist in der Allopathie nicht mehr die Regel. Man muss sich also schon selbst seiner Erkrankung stellen und alternative Wege der Behandlung suchen, wofür sich unser Magazin seit 1997 in dieser Region stark macht.

Es ist längst an der Zeit für ein neues Gesundheitsmodell, bei dem der Erkrankte in den Heilungsprozess einbezogen wird. Schuld am kranken Gesundheitssystem sind aber nicht nur der Gesetzgeber und die Pharmaindustrie. Solange die Patienten keine Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen und dem Arzt die Verantwortung für ihr Wohlergehen überlassen, werden sie weiter gemolken. Mündige Patienten sind leider dünn gesät.

Autor: 10/18 André Hammon