Kein Essen im Land des Überflusses?

Kein Essen im Land des Überflusses
»Sehen so glückliche Menschen aus? In der Mehrzahl stehen ältere Menschen Schlange an der Tafel, zum Teil noch Frauen, die als so genannte »Trümmerfrauen« Deutschland nach dem Krieg wieder aufgerichtet und Kinder für dieses Land groß gezogen haben. Während Flüchtlinge hofiert, betreut, gehätschelt und verwöhnt werden, lässt unser Staat die Menschen, die ihr Leben diesem System geopfert haben, links liegen und regelrecht verhungern. Die Versorgung dieser Menschen überlässt der Staat ehrenamtlicher Hilfe. Das ist eine Schande und ein Armutszeugnis für das Bewusstsein unserer Politiker!« Bildlizenz erworben von: http://de.123fr.com/profile_cylonphoto

Die Tafeln leisten Hilfe fernab staatlicher Zuschüsse

Inzwischen arbeiten in Deutschland etwa 60.000 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen bei etwa 900 Tafeln mit insgesamt mehr als 3000 Ausgabestellen. Sie versorgen ca. 1,5 Millionen Hilfsbedürftige, wobei ein Viertel davon Kinder und Jugendliche sind, deren Zahl leider rapide zunimmt. Ein weiteres Viertel sind Rentner und Rentnerinnen. Die Hälfte sind Menschen im erwerbsfähigen Alter, in der Regel Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener, Alleinerziehende, Migranten usw.

Aktuell steigt die Zahl der Tafelbedürftigen schneller, als eine Versorgung durch gespendete Lebensmittel möglich ist. Hier stoßen wir auf einen sensiblen Punkt. Die Versorgung der Hilfsbedürftigen delegiert der Staat komplett an ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, die in der Regel unter dem Dach eines gemeinnützigen Vereins Dienste wie Lebensmittelfahrten oder Essens- und Kleiderausgaben erledigen. Während die Regierung sich die Betreuung der Flüchtlinge bis 2017 etwa 70 Milliarden Euro kosten lässt, ist für die Tafelbedürftigen nichts übrig. Der Staat entzieht sich hier zunehmend seiner Verantwortung. Flüchtlinge haben Lobbyisten, Tafelempfänger haben keine Fürsprecher …

Alle Tafeln in Deutschland unterliegen einheitlichen Regelungen. Sie stehen dafür ein, dass sich ihr Handeln an den Werten Nachhaltigkeit, Humanität, Gerechtigkeit, Teilhabe und soziale Verantwortung ausrichtet. Die Tafeln sammeln überschüssige Lebensmittel, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind, ein und geben diese an Bedürftige ab. So vermeiden Tafeln die Vernichtung von Lebensmitteln. Tafeln helfen bedürftigen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Möglichkeiten und Grenzen und achten ihre Würde. Zudem soll jeder Mensch durch die Tafel Chancen zur persönlichen, kulturellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entfaltung erhalten. Tafeln übernehmen durch ihr Handeln soziale Verantwortung und erinnern die Gesellschaft an ihre Verpflichtung gegenüber bedürftigen und ausgegrenzten Menschen.

Die Arbeit der Tafeln wird durch Spender und Sponsoren unterstützt, nicht durch staatliche Gelder. Tafeln freuen sich über Sach-, Geld- und Zeitspenden. Werden Sie ein Lobbyist für Tafelbedürftige. Sie können in jeder Stadt Kontakt zu Tafeldiensten aufnehmen (detaillierte Infos unter www.tafel.de).

Autor: ©2016 André Hammon

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