Gefühl versus Verstand

Kennen Sie das? Sie haben eine schwere Entscheidung zu treffen, und während Ihnen das Für und Wider in Form endlos kreisender Gedanken durch den Kopf geht, spüren Sie dabei undefinierbare Gefühle im Bauch. Und so sehr Sie sich auch anstrengen mögen, Sie wissen nicht, ob Sie letztendlich Ihrem Verstand oder Ihrem Körpergefühl trauen sollen …

Der Mensch als duales Wesen erlebt sich nicht nur selbst als gespaltene Entität, sondern wird auch äußerlich in einer kompromisslosen Welt der Gegensätze hart in die Mangel genommen. Dabei tragen wir tief im Herzen den Wunsch nach Einheit und Frieden mit uns und unserer Umgebung. Alle mystischen Richtungen sprechen von der Auflösung der Dualität, von der Verschmelzung mit Gott und dem Einssein mit allem. Ist dieser Weg in einer Welt der Gegensätze überhaupt realisierbar? Sind wir nicht immer Gefangene irdischer Gegensätze und können höchstens durch Bewusstheit inneren Frieden finden?

Die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Missstände in allen Ländern der Welt sind Anzeichen dafür, dass wir unseren Wunsch nach Einheit und Frieden der nüchternen Logik des Verstandes untergeordnet haben. Und da die Welt – nicht nur in islamisch orientierten Staaten – immer noch männlich dominiert wird und die rationale Ausrichtung die Domäne von Männern ist, wird sich an diesem Zustand so schnell nicht viel ändern. Kriege werden in der Regel nicht von Frauen inszeniert. Und so lange wir nicht den Frieden in uns gefunden haben, werden wir die Welt in Unordnung stürzen.

Gefühl und Verstand sind ein ungleiches Paar voll kreativer Schöpferkraft. Nur wer sie in sich zu vereinen weiß, hat seinen Auftrag als Mensch erfüllt.

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