Brot und Spiele

Das Ende der Pressefreiheit

Generation Fensterschubser
Generation Fensterschubser - Dreamstime®

Im Zuge der Monopolisierung der Finanzmärkte und Wirtschaftskonzerne gerät die Freiheit der Presse zunehmend in Bedrängnis. Ein Blick über den großen Teich belegt, dass die meisten amerikanischen Zeitungen, Magazine und Verlage sich mittlerweile im Besitz großer internationaler Konzerne befinden, die zwecks Marketing und öffentlicher Meinungsbildung Medien gezielt zur Manipulierung nutzen. Der Fernsehsender NBC gehört z.B. zu General Electric und CNN ist Teil des AOL/Time-Warner-Konglomerats. In Europa ist der britische Investor David Montgomery die größte Medienheuschrecke. Hier in Deutschland gehören die meisten Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender bzw. Internetanbieter wenigen Großkapitalisten wie dem Axel Springer Verlag, dem Heinrich Bauer Verlag, der Bertelsmann AG oder dem Burda-Konzern. Hierzu sei das Buch „Bertelsmannrepublik Deutschland“ von Thomas Schuler empfohlen. Dort kann man nachlesen, wie diese getarnte Stiftung das landesweite Pressewesen unter ihre Kontrolle bringt und, und das auch noch steuerfrei!. Im Televisionsbereich streiten Lavena, der RTL-Konzern, die Bertelsmann AG und der Springer-Verlag um die letzten Marktanteile. Die Hälfte des deutschen Privatfernsehens, wie Pro Sieben, Sat.1, Kabel ein, N24, sind in den Händen solcher Investoren.

Diese Macht wird überwiegend für Marketing und die Meinungskontrolle der Bevölkerung eingesetzt. Die verbleibende Fernsehzeit dient der bloßen Unterhaltung auf niedrigem Niveau. Über Falschmeldungen, Stimmungsmache oder pure Hetze, gefälschte Meinungsumfragen und unterschwellige psychische Beeinflussung wird der Bürger gelenkt und genehmen Politikern der Weg geebnet. Auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel pflegt einen engen Kontakt mit dem Springer-Verlag, der u.a. die Zeitschriften „Die Welt“, „Bild“, „Welt am Sonntag“, „Auto-Bild“, „Bild der Frau“ und „Berliner Morgenpost“ verlegt. In diesen Blättern wird man keine Kritik an der Kanzlerin lesen können.

Der Frankfurter Bestseller-Journalist Jürgen Roth hat in seinem Buch „Der Oligarch“ dokumentiert, wie die Medienmogule mit mafiösen Methoden, auch unter Androhung von Gewalt, versuchen, abweichende Meinungen alternativer Zeitschriften zu verunglimpfen oder gleichzuschalten. Am Beispiel des Medientycoons Sylvio Berlusconi dürfte jedem Zweifler die gezielte Manipulation der Medien zur Machterhaltung deutlich geworden sein. Noch heute glauben viele Italiener an das Bild des treu sorgenden Landesvaters, während er im Hintergrund das Vermögen eines ganzen Volkes zur eigenen Machtdemonstration aufs Spiel gesetzt hat.

Aufgrund dieser Entwicklung darf man die angeblich im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit durchaus in Frage stellen. Investigativer Journalismus dient nur noch politisch und wirtschaftlich motivierten Absichten, um Konkurrenten auszuschalten, siehe Affäre Wulff. Journalisten, die solche Machenschaften aufdecken wollen, werden durch Androhung rechtlicher Konsequenzen mundtot gemacht. Damit das Volk erst gar nicht auf die Idee kommt, über diese Manipulationen nachzudenken, bieten viele Sender vor allem belanglose Unterhaltung an, wie DSDS. Dem Sender ging es dabei noch nie um die Karriere eines Sängers, sondern nur um die Maximierung von Werbeeinnahmen.

Wie im alten Rom sind „Brot und Spiele“ auch heute noch gängige Methoden, um der Masse die Wahrheit vorzuenthalten. Zur Fußball-EM dürfen wir mit Sicherheit wieder miterleben, wie im künstlich aufgebauschten Fußballhype umstrittene Beschlüsse wie z.B. der Euro-Rettungsschirm, oder noch schlimmer der ESM politisch im Parlament durchgepeitscht werden. Ich frage mich in der Tat, wie viele Tomaten auf den Augen und Gurken in den Ohren der Masse stecken muss, damit diese Verblödungsmaschinerie weiter am Leben erhalten wird. Aber was will man von einer Generation der smartphongeschwängerten Fensterschubser mehr erwarten … <-

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